30.03.2025 Vierter Fastensonntag

Am vierten Fastensonntag (Laetare-Sonntag) geht es um die Freude über Gottes Barmherzigkeit und Versöhnung. Die Lesungen sprechen vom Übergang aus einer Vergangenheit der Schande hin zu einer neuen, versöhnten Existenz in Gott. Durch Versöhnung wird Neues möglich, und das Verlorene wird wiedergefunden.

Gott lädt dazu ein, Vergangenes hinter sich zu lassen und neu zu beginnen. Die Lesungen verkünden, dass Gott selbst den ersten Schritt zur Versöhnung tut. Er schafft eine neue Realität, in der Vergebung möglich ist und in der die menschliche Würde durch die Versöhnung mit Gott erneuert wird. Besonders eindringlich zeigt dies das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,24): „Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ Dies spiegelt sich sakramental in der Beichte wider, dem „Sakrament der Versöhnung“, in dem der Mensch aus der geistlichen Fremde ins Haus des Vaters zurückkehrt (vgl. KKK 1423).

Betrachtung:
Die Kraft des Gleichnisses vom verlorenen Sohn liegt besonders darin, dass es uns tiefen Einblick in die Natur echter Reue gibt. Der jüngere Sohn bereut zutiefst, und das nicht nur theoretisch. Zweimal sagt er explizit: „Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt“ (Lk 15,18.21). Seine Reue ist ehrlich, er meint es ernst; sie drängt ihn dazu, tatsächlich aufzubrechen, um sich zu versöhnen. Gerade darin liegt ein zentraler Punkt echter Umkehr: Sie ist nicht nur ein Gedanke oder Gefühl, sondern ein entschlossener Schritt zurück in die Arme des Vaters. Gott erkennt diese Aufrichtigkeit sofort und uneingeschränkt—„er war tot und lebt wieder“ (Lk 15,24)—, denn Gottes Herz blickt unmittelbar auf die Wahrheit unserer Reue.

Der ältere Sohn dagegen nimmt nur die äußeren Fakten wahr: Sein Bruder hat sein Erbe „mit Dirnen verprasst“ (Lk 15,30). Er sieht nicht die innere Umkehr, nicht das aufrichtige Herz, das in Scham und Demut zurückkehrt. Er sieht nur die Vergangenheit, nicht die Transformation der Seele. Genau hier fordert das Gleichnis uns heraus: In Wahrheit tragen wir beide Söhne in uns. Wir sind zuerst der jüngere Sohn, der sündigt, sich abwendet und später im Sakrament der Beichte unsere Sünden aufrichtig ausspricht und entschieden zum Vater zurückkehrt. Jedes Mal, wenn wir zur Eucharistie gehen, feiern wir dieses „Fest des Vaters“ mit, denn die Eucharistie ist das Mahl der heimgekehrten Sünder, die wieder lebendig wurden.

Aber manchmal sind wir eben auch der ältere Bruder: Wir sehen Menschen in der Kirche, deren äußere Lebensweise oder deren Fehler uns bekannt sind, und wir zweifeln an der Echtheit ihrer Teilnahme am Mahl des Herrn. In solchen Momenten vergessen wir, dass wir nicht das Herz der Menschen sehen können—nur Gott besitzt diese vollkommene „Herzenschau“. Genau hier kommt der Vater auch zu uns hinaus, spricht liebevoll und geduldig zu uns: „Man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und lebt wieder“ (Lk 15,32). Gottes Einladung an uns ist eindeutig: Wir sollen nicht Richter sein, sondern Freude darüber empfinden, dass Menschen zurückkehren und Gott neu begegnen.

Denn letztlich ist jede Eucharistie ein Fest, das uns daran erinnert, dass Gott Sünder liebt und zurücknimmt—einschließlich uns selbst. Jede Teilnahme an diesem Mahl ist die Gelegenheit, erneut die Freude Gottes über jeden Menschen zu teilen, der heimkehrt, da er geistlich „tot war und wieder lebendig wurde“.

Praktische Umsetzung für die kommende Woche: