Was macht Jesus heute?
Bibel
Die Bibel beschreibt, was Jesus heute tut, vor allem im Neuen Testament sehr deutlich. Die wichtigsten Bibelstellen dazu sind folgende:
1. Jesus ist bei Gott und tritt für uns ein:
Römer 8,34:
„Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.“Hebräer 7,25:
„Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie.“
Hier zeigt die Bibel, dass Jesus gegenwärtig als Fürsprecher und Vermittler zwischen Gott und Menschen wirkt.
2. Jesus hat alle Macht und Autorität über Himmel und Erde:
Matthäus 28,18–20 (Missionsauftrag):
„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker […]. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Hier verspricht Jesus, ständig und persönlich bei seinen Nachfolgern zu sein.
3. Jesus ist das Haupt der Kirche:
Epheser 1,20–23:
„[…] Er hat ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht und Herrschaft […], und hat alles unter seine Füße getan und ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles.“
Diese Verse betonen Jesu Rolle als Herrscher und Leiter der christlichen Gemeinschaft weltweit.
4. Jesus bereitet die Wiederkunft vor:
Johannes 14,2–3:
„Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen […]. Und wenn ich hingehe und euch die Stätte bereite, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“Apostelgeschichte 1,11 (Engel kündigen Jesu Wiederkunft an):
„Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“
Diese Verse beschreiben, wie Jesus aktuell geistlich wirkt und zugleich auf seine künftige Rückkehr vorbereitet.
5. Jesus wirkt heute durch den Heiligen Geist:
Johannes 16,7:
„Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster (Heilige Geist) nicht zu euch; wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“
Jesus handelt heute indirekt durch die Anwesenheit des Heiligen Geistes in jedem Gläubigen und in der Kirche als Ganzes.
Katechismus
Die katholische Kirche betont in ihrer Glaubenslehre besonders die gegenwärtige Rolle Jesu Christi als des auferstandenen und lebendigen Herrn. Die katholische Sichtweise hebt folgende Aspekte besonders hervor:
1. Jesus wirkt als Vermittler und Fürsprecher beim Vater
In der katholischen Lehre ist Jesus der ewige Hohepriester, der ständig für die Menschen beim Vater eintritt. Er präsentiert vor Gott, dem Vater, sein eigenes Opfer, das er am Kreuz vollbracht hat.
Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 662):
„Christus Jesus, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen, lebt, um für uns einzutreten.“Hebräer 7,25:
„Er lebt für immer und bittet für sie.“
2. Jesus ist gegenwärtig in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie
Die katholische Theologie betont stark die sakramentale Gegenwart Jesu, insbesondere die Realpräsenz Christi in der Eucharistie. Nach katholischer Überzeugung ist Jesus in Brot und Wein der Eucharistie real und substanziell gegenwärtig.
KKK 1374:
„Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist der Leib und das Blut […] Christi wahrhaft, wirklich und wesentlich enthalten.“Lukas 22,19:
„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; tut dies zu meinem Gedächtnis.“
3. Jesus regiert als König über Kirche und Schöpfung
Katholiken glauben, dass Jesus Christus als auferstandener Herr bereits König des Universums ist und aktiv die Kirche führt.
KKK 668:
„Christus ist bereits Herr über den Kosmos und die Geschichte.“Epheser 1,22–23:
„[Gott] hat alles unter seine Füße getan und ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles.“
4. Jesus wirkt durch den Heiligen Geist in der Kirche
Die katholische Kirche lehrt, dass Jesus heute vor allem durch den Heiligen Geist, den er vom Vater gesandt hat, in der Kirche gegenwärtig ist und sie leitet, stärkt und heiligt.
KKK 788:
„Christus ist in seiner Kirche auf vielerlei Weise gegenwärtig: in seinem Wort, im Gebet, […] in den Sakramenten, im Opfer der Messe und im Amt der Hirten.“Johannes 14,16–17:
„Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben […]. Er bleibt bei euch und wird in euch sein.“
5. Jesus bereitet die Gläubigen und die Welt auf seine Wiederkunft vor
Katholiken glauben fest an die Wiederkunft Christi. Bis dahin wirkt Jesus weiter daran, die Herzen der Menschen vorzubereiten, indem er durch die Kirche Menschen zur Umkehr und Versöhnung mit Gott führt.
KKK 673:
„Seit Christi Himmelfahrt steht seine Ankunft in Herrlichkeit unmittelbar bevor.“Johannes 14,3:
„Ich gehe hin, um euch eine Wohnung zu bereiten. Ich komme wieder und werde euch zu mir holen.“
Was katholische Mystiker berichten
Katholische Mystiker berichten in ihren Visionen und Offenbarungen häufig, was Jesus ihrer Erfahrung nach heute tut, wobei sie besonders betonen, dass Christus aktiv für das Heil der Menschen wirkt. Die mystische Tradition der katholischen Kirche ist sehr reichhaltig, und verschiedene Mystiker geben Einblicke in Jesu gegenwärtiges Wirken:
1. Jesus leidet mystisch mit den Menschen (Maria Faustyna Kowalska)
Hl. Faustyna Kowalska (1905–1938, Polen), bekannt durch die Botschaft der Göttlichen Barmherzigkeit, berichtet in ihrem Tagebuch, dass Jesus weiterhin innerlich leidet, wenn Menschen ihn ablehnen, sündigen oder leiden. Dabei tritt er vor allem mit großer Barmherzigkeit für die Menschen ein und wartet voller Liebe darauf, dass sie zu ihm zurückkehren.
„Meine Tochter, sprich zur Welt von Meiner Barmherzigkeit; lass die ganze Menschheit Meine unergründliche Barmherzigkeit erkennen. Das ist ein Zeichen für die Endzeit; danach kommt der Tag der Gerechtigkeit.“
(Tagebuch der hl. Faustyna, Nr. 848)
Faustyna sah Jesus, wie er täglich barmherzige Gnaden ausgießt und besonders durch den „Barmherzigkeitsrosenkranz“ Sündern Rettung schenkt.
2. Jesus setzt sich ständig für Seelen ein (Teresa von Avila)
Hl. Teresa von Avila (1515–1582, Spanien), Kirchenlehrerin und Mystikerin, beschreibt Jesus in Visionen als denjenigen, der unablässig für die Seelen eintritt. In ihren mystischen Erfahrungen betont sie besonders die tiefe Einheit Jesu mit der Seele:
„Der Herr sprach zu mir: ‚Ich bete unablässig zum Vater für die Seelen und bitte dich, mit mir zusammen für sie zu bitten.‘“
(Innere Burg, VI, Kap. 7)
Teresa beschreibt Christus als „inneren Meister“, der Menschen geistlich belehrt, heiligt und zu tiefer Gemeinschaft mit Gott führt.
3. Jesus wirkt aktiv im geistlichen Kampf (Padre Pio)
Hl. Pater Pio von Pietrelcina (1887–1968, Italien), der stigmatisierte Mystiker, berichtete regelmäßig, Jesus persönlich zu sehen, wie er Menschen geistlich heilt und stärkt, aber auch wie er aktiv gegen das Böse kämpft und Menschen schützt:
„Jesus kämpft heute und jeden Tag, um Seelen zu retten. Ich sehe Ihn, wie er sich den Angriffen Satans entgegenstellt, um seine Kinder zu schützen.“
(Briefe von Padre Pio, Brief an seinen geistlichen Begleiter, P. Benedetto)
4. Jesus trägt weiterhin die Lasten der Menschheit (Anna Katharina Emmerick)
Die selige Anna Katharina Emmerick (1774–1824, Deutschland), stigmatisierte Mystikerin, sah Jesus oft in Visionen, wie er das Kreuz der Menschheit heute weiterhin geistlich trägt. Ihrer Schau zufolge leidet Jesus mystisch, solange die Sünde und das Leid in der Welt bestehen bleiben:
„Ich sah den Herrn, der heute noch das Kreuz trägt, belastet mit der Schuld und dem Elend der ganzen Welt.“
(Visionen der sel. Anna Katharina Emmerick)
5. Jesus wirbt um die Liebe der Menschen (Margareta Maria Alacoque)
Hl. Margareta Maria Alacoque (1647–1690, Frankreich), Empfängerin der Herz-Jesu-Offenbarungen, berichtet, dass Jesus heute vor allem darum bemüht ist, die Herzen der Menschen zu gewinnen:
„Sieh dieses Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat und von dem es sich nur mit Undankbarkeit vergolten sieht.“
(Worte Jesu an Margareta Maria Alacoque, 1675)
Die Herz-Jesu-Spiritualität zeigt Jesus als den, der heute unermüdlich Liebe anbietet und für die Ablehnung seiner Liebe leidet.
Zusammenfassung und Fazit
Heute ist Jesus Christus, aus katholischer Perspektive, keineswegs passiv oder abwesend. Vielmehr ist er lebendig, aktiv und präsent: Er tritt vor Gott für Menschen ein, wirkt sakramental und geistlich durch die Kirche, kämpft mystisch gegen das Böse, und ruft Menschen unermüdlich zur Umkehr und Liebe auf. Diese Überzeugung gibt Gläubigen Trost, Kraft und Orientierung im Leben und prägt die spirituelle Praxis und Glaubenserfahrung von Millionen Menschen weltweit.