Die heilige Messe - Aufbau

0. Das Sakrament der Beichte (Versöhnung)

1. Dreiteilung der Messe: Reinigung, Erleuchtung und Vereinigung

Die gesamte Messfeier wird oft in eine Dreifach-Struktur gegliedert:

Diese drei Phasen spiegeln die innere Reise eines Gläubigen wider, der sich schrittweise Gott nähert und schließlich in der Kommunion vollendet vereint.


2. Aufsteigen zu Gott – Kirchenarchitektur und äußere Zeichen


3. Christus als Nahrung, Pilgerndes Gottesvolk & Hirte

Die Eucharistie wird als Himmelsmahl verstanden, in dem Christus sich selbst als Nahrung schenkt. Darin offenbart sich Gott als guter Hirte, der sein pilgerndes Volk führt.


4. Himmelsrichtung: Osten als Symbol

Traditionell sind viele Kirchen nach Osten ausgerichtet – Christus wird als Licht der Welt verstanden. Das geistige Ausrichten (auch beim Gebet) nach Osten steht für das Hinwenden zum kommenden Herrn.


5. Drei Stufen am Altar – Glaube, Hoffnung, Liebe

Manche Altäre haben drei Stufen. Sie erinnern an die theologischen Tugenden:

Diese Tugenden tragen den Gläubigen bis zum heiligsten Ort, dem Altar, an dem das Opfer Christi gegenwärtig wird.


6. Fünf Wunden Christi – Kreuze auf dem Altar

Der Altar trägt fünf Kreuze (oft eingraviert oder eingeritzt in die Altarplatte). Sie stehen für die fünf Wunden Christi (Hände, Füße, Seite). Diese Zeichen machen deutlich, dass am Altar das Opfer Christi (Kreuzesopfer) in die Gegenwart hineingeholt wird.


7. Schuldbekenntnis, Weihwasser und Innere Erschütterung


8. Kyrie – Gott, Christus, Heiliger Geist

Das Kyrie („Herr, erbarme dich“) wird dreimal, bzw. in der Abfolge „Herr – Christus – Herr“ gebetet oder gesungen. Es stellt eine Hinwendung zu Gott dar:

Hier bitten die Gläubigen demütig um Barmherzigkeit.


9. Evangelium – Höhepunkt des Wortgottesdienstes

Das Evangelium ist der Höhepunkt im ersten Teil der Messe. Im Evangelium hören wir das Wort Gottes direkt aus den Evangelien.


10. Gabenbereitung – Wandlung des Lebens

Die Gabenbereitung (Brot und Wein) ist mehr als nur ein praktisches Vorbereiten. So wie sich die Gaben in der Wandlung zu Leib und Blut Christi verwandeln, soll sich auch das Leben der Gläubigen schrittweise in Christus verwandeln.


11. Sanctus – „Dreimal heilig“ und Einzug in Jerusalem

Das Sanctus („Heilig, heilig, heilig“) verweist auf die himmlische Liturgie (nach Jesaja 6,3) und wird oft in Verbindung mit dem Hosianna (Einzug Jesu in Jerusalem) gesungen. Es ist der Lobpreis Gottes unmittelbar vor dem Hochgebet.


12. Hochgebet – Zentrum der Eucharistie

Im Hochgebet oder Kanon wird das Heilsgeheimnis des Kreuzesopfers sakramental gegenwärtig gesetzt.


13. Das Opfer Christi: Gegenwärtig und doch nicht wiederholt

Die Messe ist keine Wiederholung des Kreuzesopfers, sondern Vergegenwärtigung. Das einmalige Opfer Christi wird sakramental präsent und wir nehmen daran teil. Das geschieht in vollkommener Liebe – das Kreuz als Ausdruck der totalen Hingabe Jesu.


14. Inneres und äußeres Handeln

Die Messe vereint das innere Gebet (Hingabe, Glaube) und die äußeren Akte (Opfer, Gesten, Gemeinschaft). Dadurch wird deutlich:


15. Melchizedek – König der Stadt des Friedens

Melchizedek taucht im Alten Testament (Gen 14,18) auf, bringt Brot und Wein dar und verschwindet wieder. Er gilt als Vorläufer des ewigen Priesters Christus, und so wird in der Eucharistie Christus als jener Hohepriester gesehen, der das endgültige Opfer darbringt.


16. Vater Unser – tägliches Brot und Ausrichtung

Das Vater Unser fasst das Vertrauen in Gott zusammen: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Die Eucharistie ist die Erfüllung dieses Gebets: Christus gibt uns sich selbst als wahres, lebensspendendes Brot.


17. Friedensgruß – „Ruhe in der Ordnung“

Beim Friedensgruß wird das Zeichen des Friedens ausgetauscht. Eine Geste, die die göttliche Ordnung im Miteinander widerspiegelt und Frieden untereinander herstellt, bevor man zur Kommunion schreitet.


18. Seht das Lamm Gottes – Bezug auf Johannes den Täufer

Vor der Kommunion ertönt: „Seht das Lamm Gottes!“ – Bezug auf Johannes den Täufer, der Jesus als „Lamm Gottes“ ankündigt (Joh 1,29).


19. Auferstehung – Blut und Leib vereint

In der Auferstehung wird der Leib und das Blut Christi wieder vereint und so besteht in der Eucharistie auch das Auferstehungs-Geheimnis. Wir empfangen den auferstandenen Herrn.


20. Übernatürliches Leben – Kraft zum Guten

Die Kommunion gibt uns Anteil am übernatürlichen Leben. Dadurch schenkt Christus die Kraft, das Gute zu tun und im Glauben zu wachsen. Gleichzeitig vereint er alle Gläubigen in sich zu einer Gemeinschaft.


21. Einheit und gereinigter Blick

In der Messe findet eine Einheit der Versammelten durch Christus statt. Durch den Empfang der Heiligen Kommunion und die Erfahrung von Vergebung und Gnade bekommen wir einen gereinigten Blick auf Gott, aufeinander und auf uns selbst.


22. Schlussgebet und Entlassung


Zusammenfassung

In der Heiligen Messe vollzieht sich der Weg von der Reinigung und Umkehr über das Hören des Wortes bis hin zur Gemeinschaft mit Christus im Sakrament. Die äußeren Riten und Symbole – von den Kirchenstufen über das Schuldbekenntnis, den Friedensgruß bis zur Wandlung am Altar – verweisen alle auf die tiefe innere Dynamik: den Gläubigen immer mehr in Christus hineinzuführen. Das zentrale Mysterium bleibt die Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Herrn, der sich aus Liebe schenkt.

Mögen diese Zeichen und Erklärungen helfen, die Messe nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem ganzen Herzen bewusster mitzufeiern. 🙏