2025.01.26
Am dritten Sonntag im Jahreskreis geht es um das Wort Gottes als Lebensquelle, das Orientierung, Gemeinschaft und Heil bringt. Auch der heilige Hieronymus schreibt: „Wer die Schrift nicht kennt, kennt Christus nicht.“
Nehemía 8,2–4a.5–6.8–10: Die Lesung schildert die Verkündigung der Weisung Gottes durch Esra, die das Volk mit Freude und Ehrfurcht erfüllt. Die Worte Gottes werden verständlich erklärt, sodass alle sie begreifen können. Es wird betont, dass die Freude am Herrn die Stärke des Volkes ist.
Psalm 19 (18),8–10.12 u. 15: Der Psalm preist die Vollkommenheit der Weisung Gottes, die den Menschen stärkt, erfreut und erleuchtet. Die Weisung wird als Ausdruck von Gottes Gerechtigkeit und Wahrheit gepriesen.
1 Korinther 12,12–31a: Paulus beschreibt die Kirche als den Leib Christi, in dem jedes Glied einzigartig und notwendig ist. Es wird hervorgehoben, dass die Gemeinschaft der Gläubigen im Geist geeint ist, sodass alle einander ergänzen und füreinander Sorge tragen.
Lukas 1,1–4; 4,14–21: Jesus liest in der Synagoge die Prophetie aus Jesaja und bezieht sie auf sich selbst: Er ist der Gesandte, der den Armen die Frohe Botschaft bringt, Gefangene befreit und Blinde heilt. Diese Erklärung löst zunächst Verwunderung und dann Empörung aus. Doch Jesus bestätigt seine Worte durch seine Taten, indem er Kranke heilt und die Verheißungen real werden lässt.
Das Jubiläumsjahr 2025 erinnert an die biblische Proklamation des „Gnadenjahres des Herrn“, wie Jesus sie in der Synagoge verkündete. Es ist eine Zeit der Umkehr, Erneuerung und Versöhnung, die zur lebendigen Begegnung mit Jesus einlädt, besonders in den Sakramenten der Eucharistie und Versöhnung.
Die Lesungen betonen unsere Berufung als Glieder des Leibes Christi: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit“ (1 Kor 12,26). Wir sollen einander in Kraft und Tat beistehen, wie der heilige Vinzenz von Paul sagte: „Liebe sei tätig, nicht nur im Herzen und Wort, sondern auch in den Händen und Füßen.“ Diese tätige Liebe macht die Kirche zum Werkzeug des Heils.
Die Verkündigung Jesu, dass er der Christus ist - „Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt“ - löste damals wie heute Empörung aus. Seine Exklusivität als einziger Weg und Wahrheit fordert die Welt heraus. Doch nur in ihm, dem fleischgewordenen Wort, liegt das Heil. Als Leib Christi sind wir gerufen, diese Wahrheit zu verkünden und durch konkrete Taten die heilende Kraft Jesu in die Welt zu tragen.