Hand der Mutter

An der Hand der Mutter (von Papst Pius XII.)

Ergriffen vom Glanz deiner himmlischen Schönheit und getrieben von den Nöten der Gegenwart, suchen wir Zuflucht in deinen Armen, unbefleckte Mutter Christi und auch unsere Mutter, o Maria. Voll Vertrauen hoffen wir, in deinem liebenden Herzen die Erhörung unseres innigen Flehens zu finden und den sicheren Port inmitten der Stürme, die von überallher uns umtoben. Wiewohl entmutigt durch Schuld und niedergedrückt von unendlichem Leid bewundern und preisen wir den unvergleichlichen Reichtum der hohen Vorzüge, mit denen Gott dich vor allen anderen Geschöpfen überreich ausgestattet hat vom ersten Augenblick deiner Empfängnis an bis zu dem Tag, an dem er dich in den Himmel aufnahm und dich krönte als Königin des Weltalls.

O du Auserwählte Gottes, höre auf das flehentliche Rufen, das aus jedem treuen Herzen zu dir empordringt. Neige dich über unsere schmerzenden Wunden, ändere den Sinn aller, die Böses tun, trockne die Tränen der Bedrängten und Unterdrückten, stärke die Armen und die Mütigen, lösche aus den Hass, mildere die harten Sitten und bewahre unserer Jugend die Blüte der Reinheit, beschirme die heilige Kirche. Bewirke, dass alle Menschen die Schönheit der christlichen Tugend erfassen. Mögen die Menschen hier auf Erden inne werden, dass sie Brüder sind und die Völker Glieder einer einzigen Familie, über der die Sonne eines allumfassenden und wirklichen Friedens leuchten möge. Nimm auf, liebste Mutter, unser demütiges Gebet und erflehe uns vor allem, dass wir dereinst vereint in der Seligkeit mit dir vor deinem Thron jenen Lobgesang wiederholen können, der heute auf Erden um deine Altäre erklingt: Ganz schön bist du, Maria, du bist der Ruhm, die Freude und die Ehre unseres Volkes. Amen.