23.03.2025 Dritter Fastensonntag

Am dritten Fastensonntag geht es darum, Gott zu begegnen, seine Barmherzigkeit zu erkennen und entschieden umzukehren, bevor es zu spät ist. Gott ruft, befreit und mahnt sein Volk, um es zu retten.

Gott ist der heilige „Ich-bin“, der sein Volk aus Knechtschaft befreit (Exodus) und durch Jesus Christus (1 Kor 10,4) geistliche Nahrung schenkt. Doch seine Treue verlangt eine Antwort: Demütige Umkehr und beständiges Wachstum im Glauben. Wer sich selbst für sicher hält, riskiert den Abfall (1 Kor 10,12); wer Gottes Geduld (Lk 13,8) missbraucht, verliert das Heil.

Die Lesungen enthüllen ein paradoxes Muster des Bundes: Gott handelt souverän (Ex 3,14: „Ich-bin“), doch bindet er sein Heil an die Kooperation des Menschen (Lk 13,8: „graben und düngen“). Dies spiegelt sich in der Eucharistie wider: Christus, der „geistgeschenkte Trank“ (1 Kor 10,4), schenkt sich bedingungslos – doch verlangt er die Antwort des tätigen Glaubens (vgl. Jak 2,26). Der Feigenbaum (Lk 13) symbolisiert somit jeden Getauften: Durch die Taufe („Wolke und Meer“, 1 Kor 10,2) bereits gerettet, aber durch eigenes Versäumnis gefährdet – ein Echo von Philippi 2,12: „Schaffet euer Heil mit Furcht und Zittern.“ Gottes Bund ist kein Automatismus, sondern ein lebendiger Dialog zwischen Gnade und Freiheit.

In Ex 3,15 sagt Gott: „Das ist mein Name für immer und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.“ Doch im Lauf der Geschichte hat Israel immer wieder diesen Namen vergessen und Gott fremde Namen und fremde Götter vorgezogen, sodass sie heute den Namen nicht mal mehr aussprechen. Auch wir vergessen oft, wer Gott für uns ist und was er für uns getan hat. Gerade die Fastenzeit ist eine Einladung, sich neu an Gottes ewige Treue und Gegenwart zu erinnern und seinen Namen "Jesus" auf unsere Stirn zu schreiben. Jesus ist der „Name über alle Namen“ (Phil 2,9–11).

Das Gleichnis vom Feigenbaum (Lk 13,6–9) ist ein Aufruf zur Fürbitte: Der Winzer, der um Aufschub bittet („lass ihn dieses Jahr noch“), steht für die Heiligen und Gläubigen, die für die Menschheit beten, dass Gott die „Gnadenzeit“ verlängert. Dies spiegelt 2 Petr 3,9: „Der Herr […] will nicht, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle umkehren.“ Unser Gebet wird zum „Dünger“ für die Welt – es wirkt mit an Gottes Plan, die Ernte der Bekehrung zu mehren.


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