Glaube: Wissen und Tun
Zwei Hälften
Glaube hat zwei Hälften: Wissen und Tun. Das Wissen hat selbst zwei Stufen. Die erste Frage heißt: Stimmt das? Die zweite: Hat das Autorität in meinem Leben? Wer nur die erste beantwortet, hat eine Meinung. Erst mit der zweiten wird daraus Glaube. Und wer die zweite mit Ja beantwortet, fängt an zu tun, was gesagt wird.
Wissen
Es geht um drei Fragen, die aufeinander aufbauen: Gott, Jesus, Kirche. Zu jeder gehört die Frage danach, wer bei mir das Sagen hat.
1. Gott
Wissen: Gibt es Gott? Nichts erschafft sich selbst. Was einen Anfang hat, braucht eine Ursache, und die ganze Welt hat einen Anfang. Die Ordnung im Kleinen und im Großen, vom Zellkern bis zu den Naturgesetzen, spricht dazu von einem Planer. Die Bibel sagt: Das kann jeder Mensch mit Vernunft erkennen.
Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Röm 1,20
Autorität: Hat Gott Autorität in meinem Leben? Wenn es Gott gibt, ist er nicht einer unter vielen Meinungen. Er ist der, dem alles gehört, auch mein Leben. Die Frage ist dann nicht mehr, ob ich ihn „gut finde“, sondern ob ich ihm gehorche.
- Bei großen Entscheidungen: Frage ich zuerst Gott oder zuerst mich selbst?
- Gilt sein „Du sollst“ auch da, wo es mir nicht passt?
- Wem gehört meine Zeit, mein Geld, mein Körper: mir oder ihm?
Nur zu wissen, dass es Gott gibt, reicht nicht. Auch die Dämonen wissen es.
Du glaubst, dass es nur den einen Gott gibt? Damit hast du Recht. Auch die Dämonen glauben das und sie zittern. Jak 2,19
2. Jesus
Wissen: Ist Jesus der Messias? „Messias“ heißt „der Gesalbte“, auf Griechisch „Christus“. Das Alte Testament sagt Jahrhunderte vorher, woran man ihn erkennt: Er kommt aus Betlehem (Mi 5,1), er leidet für die Sünden der Vielen (Jes 53) und er ist Gott selbst. Jesus erfüllt das. Dazu kommen seine Wunder, seine Vollmacht und vor allem seine Auferstehung, die seine Jünger bis in den Tod bezeugt haben. Mehr dazu: Prophezeiungen über Jesus im AT und Jesus, die Wahrheit.
Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Joh 20,31
Autorität: Hat Jesus Autorität in meinem Leben? Wenn Jesus der Christus ist, dann hat er die Vollmacht über alles, auch über meine Entscheidungen.
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf Erden. Mt 28,18
- Darf Jesus bei Geld, Ehe, Sexualität, Arbeit und Vergebung mitreden, oder nur bei „religiösen“ Themen?
- Tue ich, was er sagt, auch wenn ich es nicht verstehe oder es mich etwas kostet?
- Habe ich ihm mein Leben übergeben, oder bin ich noch der Chef?
Jesus selbst stellt diese Frage:
Was nennt ihr mich Herr, Herr! und tut nicht, was ich sage? Lk 6,46
3. Die katholische Kirche
Wissen: Ist die katholische Kirche die wahre Kirche? Jesus hat keine Idee hinterlassen, sondern eine Kirche gegründet: sichtbar, mit einem Felsen und mit Hirten. Und er hat versprochen, dass sie nicht untergeht.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Mt 16,18
Wenn Jesus Gott ist, hat er sein Wort gehalten. Die Kirche muss es dann heute noch geben, erkennbar an einer ununterbrochenen Nachfolge von den Aposteln bis heute (2 Tim 2,2) und an einer Lehre, die in der Zeit der ersten Christen schon dieselbe war. Das ist die Kirche der Nachfolger Petri. Belege dazu: Das Lehramt, Katholische Kirche in der Bibel, Primatsstellung Petri und Frühkirchliche Zeugnisse. Wer meint, allein die Bibel genüge und man brauche keine Kirche, findet die Antwort unter Sola Scriptura.
Autorität: Hat die Kirche Autorität in meinem Leben? Wer Jesus als Herrn anerkennt, erkennt auch die an, denen er seine Vollmacht auf Erden gegeben hat.
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Mt 18,18
- Was tue ich, wenn die Lehre unbequem ist, etwa bei Sonntagsmesse, Beichte, Sexualität vor der Ehe oder Verhütung?
- Lese ich die Lehre, um sie zu befolgen, oder um Ausreden zu finden? Dazu: Wann wird eine Sünde zur Todsünde?
- Ist meine Kirche ein Menü, aus dem ich mir aussuche, was mir schmeckt, oder Lehrerin, der ich zuhöre?
Zum Thema Gehorsam siehe auch: Gehorsam.
Tun
Wer die Autorität Gottes, Jesu und der Kirche anerkennt, tut, was sie sagen. Das Tun ist keine zusätzliche Leistung, sondern die Folge davon, dass man wirklich glaubt.
So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er keine Werke vorzuweisen hat. Jak 2,17
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Joh 14,15
| Bereich | Was ich tue |
|---|---|
| Sakramente | Jeden Sonntag in die Heilige Messe, regelmäßig zur Kommunion, zur Beichte, wenn ich schwer gesündigt habe, und zur Beichte auch sonst ab und zu. Siehe Die sieben Sakramente, Die Heilige Messe – Aufbau und Beichte Spickzettel. |
| Gebet | Täglich beten, morgens und abends, dazu Rosenkranz oder Stundengebet. Beten heißt: mit Gott reden und auf ihn hören. Siehe Stundengebet und Anbetung. |
| Gottes Wort | Regelmäßig in der Bibel lesen und den Katechismus kennenlernen, damit ich weiß, was ich glaube. Siehe Bibel Spickzettel. |
| Gebote und Umkehr | Nach den Geboten leben, Sünde meiden, bei Sünde umkehren und beichten. Siehe Die sieben Todsünden und Tugenden. |
| Nächstenliebe | Dem Nächsten dienen, vergeben und Not lindern. Jesus sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Siehe Christliche Liebe und Vergebung. |
| Kirche | In der Gemeinde mitleben, die Lehre lernen und weitergeben, in Familie und Umfeld Zeugnis geben. Siehe Das Lehramt, Katechismus und Dogmen der katholischen Kirche. |
Wissen ohne Tun und Tun ohne Wissen
Beides gehört zusammen. Fehlt eine Hälfte, kippt der Glaube:
| Tun: nein | Tun: ja | |
|---|---|---|
| Wissen und Autorität: nein | Gleichgültigkeit. Weder Überzeugung noch Praxis. | Ritual ohne Herz. Man macht mit, ohne zu wissen, wem man dient. Jesus zitiert: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch sein Herz ist weit weg von mir“ (Mt 15,8). |
| Wissen und Autorität: ja | Toter Glaube. Man weiß es und lebt anders. Jakobus sagt: Das können die Dämonen auch (Jak 2,19). | Lebendiger Glaube. Ich erkenne Gott als Herrn an und lebe danach. |
Fazit
Wer nur weiß, hat einen Kopf voll Wahrheit. Wer nur tut, hat eine Gewohnheit. Glaube ist beides: Ich weiß, wer Gott ist, ich lasse ihn über mein Leben bestimmen, und ich tue, was er sagt.